Rentenberatung Nigge https://rentenberatung-nigge.de Rentenberatung Versorgungsausgleich Scheidung Thu, 11 Nov 2021 12:09:55 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.1 https://rentenberatung-nigge.de/wp-content/uploads/2020/04/cropped-logo_mobil-1-32x32.png Rentenberatung Nigge https://rentenberatung-nigge.de 32 32 Wie man durch den schuldrechtlichen Versorgungsausgleich seine Rente maximiert https://rentenberatung-nigge.de/www-rentenberatung-nigge-de-schuldrechtlicher-versorgungsausgleich/ Thu, 11 Nov 2021 12:09:53 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1332 Bei der Durchführung des Versorgungsausgleichs gem. §§ 1587 ff. BGB galt nach altem Recht das sogenannte Prinzip des Einmalausgleichs. Dieses Ausgleichssystem war dem des Zugewinnausgleichs vergleichbar, bei welchem jeder einzelnen Position ein bestimmter Wert zugeordnet und die Anwartschaften durch Übertragung der Hälfte des Differenzbetrags der kumulierten Werte ausgeglichen wurden. Dabei mussten verschiedenste Formen von Anwartschaften, beispielsweise Ansprüche auf Betriebsrenten, mit den Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung durch aufwendige Umrechnungen vergleichbar gemacht werden. Dies führte zu vielfältigen Problemen.

Anrechte teilweise im Versorgungsausgleich bei der Scheidung nicht oder nicht vollständig ausgeglichen

Nach der Rechtslage vor 2009 blieben im Versorgungsausgleich häufig Anrechte dem sogenannten schuldrechtlichen Versorgungsausgleich vorbehalten, wenn ein Einmalausgleich im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleichs bei der Scheidung nicht möglich war. Jahre nach der Scheidung muss dann der schuldrechtlicher Versorgungsausgleich durchgeführt werden.  

Ein klassischer Anwendungsfall des schuldrechtlichen Versorgungsausgleiches: Betriebsrente dynamisiert nach der Barwertverordnung

Ein klassisches Beispiel für einen Anwendungsfall des schuldrechtlichen Versorgungsausgleiches ist der Ausgleich einer Betriebsrente nach altem Versorgungsausgleichsrecht (vor 2009). Diese Anrechte wurden früher nach dem alten Recht mittels der Barwertverordnung bewertet und quasi für den Versorgungsausgleich kleingerechnet. Für den begünstigen Ehegatten ist hierdurch ein teils erheblicher wirtschaftlicher Nachteil entstanden, da durch die Umrechnung per Barwertverordnung nur ein Teil der Betriebsrente ausgeglichen wurde. Durch einen Antrag auf Durchführung des schuldrechtlicher Versorgungsausgleich kann dieser Nachteil behoben und der Begünstige die noch nicht ausgeglichene Differenz erhalten.

Weiterer Anwendungsfall: endgehaltsbezogene Ansprüche

Der schuldrechtliche Versorgungsausgleich kann auch dann zur Anwendung kommen, wenn endgehaltsbezogene Ansprüche (z.B. bei einer betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrente, Zusatzversorgung) oder bei einer beamtenähnlichen Gesamtversorgung) vorliegen.

Scheidungsurteil muss auf schuldrechtlichen Versorgungsausgleich nicht hinweisen

Teilweise wurde im Scheidungsurteil, Urteil oder Beschluss auf einen schuldrechtlichen Versorgungsausgleich verwiesen. Dies ist aber nicht immer der Fall.

Klärung spätestens bei Rentenbeginn

Klären Sie daher spätestens bei eigenem Renten- oder Pensionsbeginn, ob noch weitere Ansprüche aus der geschiedenen Ehe bestehen.

Bildquelle: adobestock © asife

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Rentenanpassung 2022 – Rentenpunkte bald mehr wert ? https://rentenberatung-nigge.de/rentenanpassung-2022/ Tue, 09 Nov 2021 20:42:30 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1300 Die jährliche Rentenanpassung zum 1. Juli ist im Jahre 2021 im Westen ausgefallen. Im Osten gab es durch die Rentenangleichung Ost-West eine Anhebung um 0,72 Prozent. Im kommenden Jahr sollen die Bezüge wieder kräftig steigen – im Westen sogar so stark wie seit 1983 nicht mehr.

Nach offizieller Schätzung sollen die Renten im Juli in Westdeutschland um 5,2 Prozent und im Osten um 5,9 Prozent steigen, wie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 hervorgeht.

Der seit dem 1.7.2021 geltende aktuelle Rentenwert (West) beträgt 34,19 EUR. Der aktuelle Rentenwert (Ost) stieg zum 1.7.2021 mit der Rentenanpassung von 33,23 Euro auf 33,47 Euro. Dies entsprach einer Rentenanpassung in den neuen Ländern von 0,72 Prozent.

Genaue Zahlen wird erst die Rentenwertbestimmungsverordnung liefern, die 1. Halbjahr 2022 veröffentlicht werden wird.

Der nachstehenden Tabelle können Sie die Rentenwerte der letzten 10 Jahre mit Steigerungsraten entnehmen:

abRentenwert (West)ProzentsatzRentenwert (Ost)Prozentsatz
1.7.2021              34,190,0033,470,72
1.7.2020 34,193,4533,234,20
1.7.2019 33,053,1831,893,91
1.7.2016 32,033,2230,693,37
1.7.2017 31,031,9029,693,59
1.7.2016 30,454,2528,665,95
1.7.2015 29,212,1027,052,50
1.7.2014 28,611,6726,392,53
1.7.2013 28,140,2525,743,29
1.7.2012 28,072,1824,922,26
1.7.2011 27,470,9924,370,00
Rentenwerte und Steigerungsrenten der letzten Jahre

Bilquelle: adobestock © Alexander Raths

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Zahlen Sie als Rentner Ehegattenunterhalt, ihr geschiedener Ehegatte ist aber noch nicht in Rente ? Verschenken Sie kein Geld ! Vermeiden Sie die Rentenkürzung ! https://rentenberatung-nigge.de/rentenkurzung-bei-ehegattenunterhalt-vermeiden/ Mon, 08 Mar 2021 11:00:00 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1288 Mit Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung zum Versorgungsausgleich wird die Rente um den auszugleichenden Betrag gekürzt. Dies geschieht unabhängig davon, ob Ihr geschiedener Ehegatte bereits in Rente ist oder nicht. Wenn Sie noch Ehegattenunterhalt an ihren geschiedenen ausgleichsberechtigten Ehepartner zahlen, sollten Sie tätig werden, wenn Sie kein Geld verschenken wollen.

Aussetzung der Rentenkürzung bei Zahlung von Ehegattenunterhalt beim Familiengericht zeitnah beantragen

Eine Rentenkürzung lässt sich verhindern, wenn Sie oder ihr geschiedener Ehepartner einen Antrag nach § 33 VersAusglG beim zuständigen Familiengericht stellen. Eile ist geboten: Die Aussetzung der Kürzung erfolgt erst mit Wirkung auf den ab dem ersten Tag des auf die Antragstellung folgenden Monats.  Das Gericht ermittelt im Verfahren den gesetzlichen Unterhaltsanspruch ihres geschiedenen Ehegatten und setzt die Kürzung begrenzt auf die Höhe dieses Unterhaltsanspruches aus.

Dynamischer Antrag stellen spart Geld und Aufwand

Wird die durch den Versorgungsausgleich ausgelöste Kürzung einer gesetzlichen Rente des Ausgleichspflichtigen vollständig ausgesetzt, kann die Beschlussformel „dynamisch“ gefasst werden. Wird der Antrag bei Gericht richtig gestellt, können die jährlichen Rentenanpassungen beachtet werden, ohne dass regelmäßige Anpassungen in einem Abänderungsverfahren nach § 34 Abs. 1 VersAusglG erforderlich sind. Diese spart Ihnen Geld und unnötigen Aufwand.  Mit meiner Expertise stehe ich Ihnen auch im gerichtlichen Verfahren mit Rat und Tat zur Seite.

Bild oben: adobestock/© MQ-Illustrations

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Millionen Beamtinnen und Beamte zahlen zu viel Versorgungsausgleich https://rentenberatung-nigge.de/millionen-beamtinnen-und-beamte-zahlen-zu-viel-versorgungsausgleich/ Sun, 07 Mar 2021 17:12:10 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1281 Sind Sie Beamtin oder Beamter und

  • haben bei oder nach der Ehescheidung in Teilzeit gearbeitet oder
  • sind nach der Ehescheidung in den Vorruhestand gegangen oder
  • sind nach der Ehescheidung dienstunfähig geworden ? 

Dann zahlen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit zu viel Versorgungsausgleich.

Grund dafür ist die Berechnungsweise des Dienstherrn der ruhegehaltsfähigen Dienstzeit im Rahmen des Versorgungsausgleiches. Da zum Zeitpunkt der Berechnung zumeist nicht absehbar ist, wie sich die Dienstzeit weiter entwickelt, wird eine fiktive Berechnung vorgenommen.

Änderungen, die nach dem Ende der Ehezeit eingetreten sind konnte das Familiengericht in seiner Entscheidung über den Versorgungsausgleich nicht berücksichtigen. Sie können aber unter bestimmten Voraussetzungen korrigiert werden.  Ich prüfe für Sie, ob die Voraussetzungen für eine Korrektur des Versorgungsausgleiches vorliegen und vertrete Sie in einem gerichtlichen Abänderungsverfahren.  

Bild oben: adobestock/© Michael

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Tod eines Ehegatten im Erstverfahren Versorgungsausgleich https://rentenberatung-nigge.de/tod-ehegatte-versorgungsausgleich/ Thu, 21 May 2020 07:00:00 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1206 Tod eines Ehegatten vor Ausspruch der Ehescheidung bzw. vor Rechtskraft der Ehescheidung

Ein Beispielsfall:

Herr Schmidt hat einen Ehescheidungsantrag beim Familiengericht gestellt. Das Familiengericht hat über die Ehescheidung und den Versorgungsausgleich bereits entschieden. Frau Schmidt verstirbt. Die Entscheidungen des Familiengerichtes sind zum Todeszeitpunkt noch nicht rechtskräftig.

Kein Versorgungsausgleich – Verfahren kraft Gesetzes erledigt

Ist der Scheidungsantrag beim Familiengericht gestellt, aber über die Ehescheidung und damit auch über den Versorgungsausgleich als sogenannte Folgesache noch nicht entschieden oder die Entscheidungen zur Ehescheidung und zum Versorgungsausgleich sind zum Zeitpunkt des Todes des Ehegatten noch nicht rechtskräftig, findet kein Versorgungsausgleich statt. Das Ehescheidungsverfahren ist gemäß § 131 FamFG  kraft Gesetzes erledigt, ohne dass das Gericht dies gesondert feststellen muss. Eine Beschwerde gegen den Versorgungsausgleichsbeschluss des Familiengerichtes wäre daher unzulässig.

Anspruch des überlebenden Ehegatten auf Hinterbliebenenversorgung

Hat der überlebende Ehegatte im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung bei Vorliegen der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen gemäß § 46 SGB VI einen Anspruch auf Zahlung von Witwen- oder Witwerrente, ist für die Beantragung der Rente der Nachweis der Erledigung des Ehescheidungsverfahrens erforderlich. In diesen Fällen muss ein Antrag auf Feststellung der Erledigung beim Familiengericht gestellt werden. Die erbrechtliche Vorschrift des § 1933 BGB, der den Wegfall des Ehegattenerbrechtes bewirkt, gilt im Versorgungsausgleichsrecht nicht, so dass ein Anspruch des überlebenden Ehegatten auf Hinterbliebenenversorgung trotz etwaigem Vorliegen der Voraussetzungen des § 1933 BGB und dem damit verbundenen Wegfall seines Erb- und Pflichtteilsrechtes in Betracht kommt.

Tod eines Ehegatten nach Rechtskraft der Ehescheidung und vor Rechtskraft des Versorgungsausgleiches   

Ein Beispielsfall:

Herr und Frau Meier haben die Ehescheidung vor dem Familiengericht beantragt. Das Familiengericht hat über die Ehescheidung bereits entschieden. Rechtskraft ist eingetreten. Das Versorgungsausgleichsverfahren wurde aus dem Verbundverfahren abgetrennt und später entschieden. Frau Meier stirbt vor Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung über den Versorgungsausgleich.

Ist über die Ehescheidung bei Tod eines Ehegatten bereits rechtskräftig entschieden, die Entscheidung über den Versorgungsausgleich aber noch nicht rechtskräftig oder noch gar nicht existent, da ein Antrag gemäß Art 17 Abs. 4 EGBGB erst nach der Ehescheidung gestellt wurde, gilt § 31 VersAusglG.

Der Anspruch des verstorbenen Ehegatten auf Durchführung des Versorgungsausgleichs erlischt. Den Erben steht kein Recht auf Durchführung des Versorgungsausgleichs zu ( § 31 Abs. 1 S. 2 VersAusglG).

Versorgungsausgleich ist gemäß § 31 VersAusglG durchzuführen

Der überlebende Ehegatte verliert sein Recht auf Durchführung des Versorgungsausgleichs nicht. Er muss das Recht auf Wertausgleich nach dem Tod des anderen Ehegatten gegenüber dessen Erben geltend machen (vgl. § 31 Abs. 1 S. 1 VersAusglG).

Stellt der überlebende Ehegatte einen Antrag nach § 31 VersAusglG verbleiben ihm seine eigenen Anrechte vollständig (§ 31 Abs. 1 S. 2 und § 31 Abs. 2 S. 1 VersAusglG). Es findet, anders als sonst, kein Hin- und Her-Ausgleich statt.

Auszugleichen ist die hälftige Wertdifferenz der von beiden Ehegatten erlangten Anrechte.

In die zu erstellende Ausgleichsbilanz einzustellen sind alle Anrechte mit Ausnahme der noch verfallbaren. Zu berücksichtigen sind als Rechnungsposten daher auch geringfügige, unwirtschaftliche und ausländische Anrechte. Die bei interner Teilung anfallenden Teilungskosten einzelner Anrechte sind bei der Erstellung der Gesamtbilanz nicht zu berücksichtigen.

Die einzelnen Anrechte sind jedoch meist nicht vergleichbar. Sie haben zumeist verschiedene Bezugsgrößen (z. B. Entgeltpunkte, Rente, Versorgungspunkte etc.). In solchen Fällen ist der Kapitalwert oder bei einer anderen Form der Bezugsgröße (z. B. Entgeltpunkte) als Hilfswert der sog. korrespondierende Kapitalwert (§ 47 VersAusglG) heranzuziehen.

Ausgleich nur, wenn überlebender Ehegatte die geringeren Versorgungsanrechte hat.

Ergibt die Gesamtbetrachtung, dass der überlebende Ehegatte insgesamt höhere Anrechte erlangt hat, findet kein Versorgungsausgleich statt.

Ergibt die Gesamtbetrachtung, dass der überlebende Ehegatte insgesamt niedrigere Anrechte erlangt hat, kommt ein Ausgleich in Höhe der hälftigen Wertdifferenz in Betracht. Die Bagatellprüfung des § 18 VersAusglG ist vorzunehmen.

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Was ist ein korrespondierender Kapitalwert ? https://rentenberatung-nigge.de/was-ist-ein-korrespondierender-kapitalwert/ Sun, 17 May 2020 17:57:23 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1191 Korrespondierender Kapitalwert ist Hilfsgröße

Der korrespondierende Kapitalwert ist ein Begriff aus dem Versorgungsausgleich. Es handelt sich um eine Hilfsgröße für ein Versorgungsanrecht, dessen auszugleichender Wert nicht bereits als Kapitalwert bestimmt ist.

Erforderlicher Kapitalbetrag zur Begründung eines neuen Anrechtes

Der korrespondierende Kapitalwert entspricht dem Betrag, der zum Ende der Ehezeit aufzubringen wäre, um beim Versorgungsträger des ausgleichspflichtigen Ehegatten für den ausgleichsberechtigten Ehegatten ein Anrecht in Höhe des Ausgleichswerts zu begründen (§ 47 Abs. 2 VersAusglG). Zu beachten sind die § 47 Abs. 3 bis 5 VersAusglG enthaltenen Spezialregeln.

Mit Hilfe des korrespondierenden Kapitalwertes wird die Vergleichbarmachung von Rentenanrechten ermöglicht. Dies ist auch im neuen Ausgleichssystem noch erforderlich, wie etwa in den Fällen des § 31 VersAusglG.

Korrespondierender Kapitalwert kein Richtwert für spätere Rentenhöhe

Wichtig zu wissen ist, dass der korrespondierende Kapitalwert einer Versorgung nichts darüber aussagt, wie hoch die aus dem Anrecht fließende Versorgung bzw. monatliche Rente sein wird. Diese ist von weiteren Faktoren abhängig (z.B. Geschlecht und Lebensalter des Versorgungsberechtigten, Rechnungszins, etc.).

Nicht unmöglich: Hoher korrespondierender Kapitalwert – geringe Rente

Es kann vorkommen, dass für einen Ausgleichsberechtigten aus einem Anrecht mit einem hohen korrespondierenden Kapitalwert nur verhältnismäßig geringe Leistungen fließen werden.

Rentenhöhe nachrechnen lassen

Da die Ausgleichsberechtigten aber im Regelfall nicht interessiert, welchen Kapitalwert eine auszugleichende Versorgung hat, sondern welche Leistungen aus dem Anrecht später einmal fließen werden, nicht ohne Prüfung auf den korrespondierenden Kapitalwert vertraut werden, sondern zumindest überschlägig auf versicherungsmathematischem Wege mithilfe der aktuellen Sterbetafeln ausgerechnet werden, was in etwa an Versorgung zu erwarten ist.

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Geschiedener Ehegatten verstorben ? Holen Sie sich Ihre Betriebsrente zurück ! https://rentenberatung-nigge.de/geschiedener-ehegatten-verstorben-betriebsrente-zurueckholen/ Fri, 08 May 2020 08:04:40 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1127 Antrag auf Anpassung der Kürzung beim Versorgungsträger nach § 37 Versorgungsausgleichsgesetz nur bei Regelsicherungsystemen – so holen Sie sich auch ihre Betriebsrente zurück

Vielen geschiedenen Rentnern wird der Versorgungsausgleich auch nach Tod des geschiedenen Ehegatten abgezogen. Die Rentenkürzung läuft also weiter – das Geld behalten die Versorgungsträger für sich. In solchen Fällen kann die Kürzung der Versorgung durch einen Antrag beim Träger der Renten-/Beamtenversorgung auf Antrag ausgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass der verstorbene geschiedene Ehepartner nicht mehr als 36 Monate Leistungen aus dem Versorgungsausgleich bezogen hat (§ 37 Versorgungsausgleichsgesetz). Der Antrag gilt nur für die Zukunft.

Die Vorschrift gilt nur für Anrechte aus den Regelsicherungssystemen, also insbesondere für:

  • die Beamtenversorgung, in der Beamte, Richter und Berufssoldaten erfasst sind
  • die Alterssicherung für Landwirte, in der Landwirte und deren mitarbeitende Familienangehörige pflichtversichert sind,
  • die Künstlersozialversicherung, in der selbstständige Künstler und Publizisten pflichtversichert sind,
  • die berufsständischen Versorgungswerke, die die Pflichtversorgung der Angehörigen der sogenannten verkammerten freien Berufe (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, etc.) gewährleisten,
  • die Abgeordnetenversorgung.

Eine Antragstellung an den Rentenversicherungsträger ist nicht möglich bei Anrechten aus:

  • Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes (VBL, ZVK, EZVK, etc.)
  • Betriebsrenten
  • Privatrenten

Daher kann die Rentenkürzung auch nicht mit Hilfe des § 37 Versorgungsausgleichsgesetz rückgängig gemacht werden.

Vor Antrag nach § 37 VersAusglG etwaige Nachteile prüfen lassen !

Mit dem Wegfall der Kürzung der Versorgungsbezüge erlöschen die Anrechte, die der Ausgleichspflichtige im Versorgungsausgleich von dem verstorbenen früheren Ehegatten erworben hat. Deshalb ist es notwendig, genau zu prüfen, ob man durch den Wegfall der Kürzung der Versorgungsbezüge nicht auf werthöhere Anrechte verzichtet.

Die Lösung: Einleitung eines Abänderungsverfahrens beim Familiengericht

Ein Wegfall der Rentenkürzung kann bei Anrechten außerhalb der Regelsicherungssysteme aber dennoch erreicht werden und zwar über ein Abänderungsverfahren beim zuständigen Familiengericht.

Ich prüfe für Sie, ob die Voraussetzungen für eine Antragstellung beim Familiengericht in Ihrem Fall vorliegen.

Abänderung für alle Versorgungen auch noch nach Verstreichen der 36 Monate möglich

Ein Abänderungsverfahren, um den Wegfall der Rentenkürzung durch den Versorgungsausgleich zu erreichen, kommt auch dann in Betracht, wenn der Rentner/-in Beamte/-in von dem Tod des geschiedenen Ehepartners gar nichts erfährt und die Jahre verstreichen oder der geschiedene Ehepartner mehr als 36 Monate Leistungen aus dem Versorgungsausgleich bezogen hat.

Keine Information durch den Versorgungsträger über Tod des geschiedenen Ehegatten

Bitte beachten Sie, dass Sie vom Versorgungsträger der oder des Berechtigten über dessen Ableben nicht unterrichtet werden.

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Geschiedene, neu rechnen bitte ! https://rentenberatung-nigge.de/geschiedene-neu-rechnen-bitte/ Wed, 06 May 2020 13:21:03 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1117 Geschiedene, neu rechnen bitte ! So lautete eine Überschrift in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 11.10.2015. Berichtet wurde über ein wichtiges Thema, das kaum bekannt ist: Die Möglichkeit der Neuberechnung der nach altem Versorgungsausgleichsrecht (bis 2009) ergangenen Versorgungsausgleichsentscheidungen.

Versorgungsausgleich neu berechnen – Kein Geheimnis, aber weitgehend unbekannt

In vielen Fällen ergeben sich hier Möglichkeiten zur Abänderung der alten Entscheidung und zur deutlichen Erhöhung der Rentenansprüche. Die Veröffentlichung liegt zwar schon etwas zurück, das Thema des Artikels und das, was mein Rentenberater-Kollege Martin Reißig aus unserem Hamburger Büro dazu erklärt, ist aber auch heute noch brandaktuell !

Aber lesen Sie selbst !

Den Link zum Artikel finden Sie hier:

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vermoegensfragen/die-vermoegensfrage-geschiedene-neu-rechnen-bitte-13848279.html

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Rentenerhöhung beschlossen https://rentenberatung-nigge.de/rentenerhoehung-2020/ Fri, 24 Apr 2020 08:00:00 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1064 Mehr Rente ab 1. Juli 2020

Am 22.4.2020 hat das Bundeskabinett eine Rentenerhöhung beschlossen.  Ab dem 01. Juli 2020 wird die gesetzliche Rente um 3,45 % im Westen und 4,20 % im Osten Deutschlands steigen. Es handelt sich um die zweithöchste Rentensteigerung in den vergangenen 10 Jahren.

Der aktuelle Rentenwert erhöht sich damit in den alten Bundesländern von 33,05 Euro auf 34,19 Euro. In den neuen Bundesländern steigt der aktuelle Rentenwert (Ost) von 31,89 Euro auf 33,23 Euro. Der aktuelle Rentenwert in den neuen Bundesländern beträgt damit 97,2 % des Westwerts.

Rentenanpassungen der vergangenen 10 Jahre :

Rentenanpassungen der Jahre 2000 bis 2020 Jeweils zum 01.07.West
(in %)
Ost
(in %)
20000,600,60
20011,912,11
20022,162,89
20031,041,19
2004
2005
2006
20070,540,54
20081,101,10
20092,413,38
2010
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,102,50
20164,255,95
20171,903,59
20183,223,37
20193,183,91
20203,454,20

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

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Mehr Rente nach Versorgungsausgleich – Teil 3 https://rentenberatung-nigge.de/muetterrente-und-versorgungsausgleich/ Wed, 22 Apr 2020 08:00:00 +0000 https://rentenberatung-nigge.de/?p=1025 Geschiedene Väter aufgepasst ! Mütterrente kann den Versorgungsausgleich nach der Scheidung verringern !

Handlungsbedarf besteht für Männer, die Altersrente beziehen, für Männer, die eine Erwerbsminderungsrente erhalten oder für Männer, deren geschiedene Ehefrau schon oder in Kürze eine Rente bezieht.

Unter „Mütterrente“ versteht man die verbesserte rentenrechtliche Anerkennung von Kindererziehungszeiten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden. Die gesetzliche Regelung dazu trat am 1. Juli 2014 in Kraft. Eine Nachbesserung durch den Gesetzgeber erfolgte dann im Jahre 2019.

Seit 2019 gilt:

  • Für bis zum 31.12.1991 geborene Kinder, bekommt man 2,5 Rentenpunkte pro Kind gutgeschrieben (vor den neuen Regelungen der Jahre 2014 und 2019 war es lediglich ein Rentenpunkt).
  • Für ab dem 1.1.1992 geborene Kinder, erhält man drei Rentenpunkte pro Kind.

Wenn Väter die Voraussetzungen für die Anrechnung der Kindererziehungszeiten erfüllen und diese im eigenen Rentenkonto erfasst sind, dann erwerben auch sie den Rentenanspruch. Die Mütterrente gilt also auch für die Väter. Die rechtliche Grundlage für die Anrechnung von Kindererziehungszeiten findet sich in § 56 Sozialgesetzbuch VI.  

Von dem Zuschlag profitieren ca. 9,5 Millionen Rentner (in Einzelfällen auch die Väter, wenn sie die Kinder allein erzogen hatten).

Bei ehelichen Kindern steht dem geschiedenen Vater die Hälfte des Zuschlages für die Mütterrente zu, wenn bei Scheidung der Versorgungsausgleich durch den Richter gesetzlich durchgeführt worden war. Väter nehmen also bei der Durchführung des Versorgungsausgleiches im Rahmen der Ehescheidung am Versorgungszuwachs durch die Mütterrente teil. In gerichtlichen Entscheidungen über den Versorgungsausgleich vor dem 01.07.2014 sind die Verbesserungen der Mütterrente noch gar nicht enthalten !  

Lassen Sie die den alten Scheidungsbeschluss in jedem Fall noch einmal auf die Möglichkeit einer Abänderung des Versorgungsausgleiches überprüfen. Dies kann sich lohnen, denn eine erfolgreiche Abänderung kann zu einer Verminderung des Versorgungsausgleiches und einer Erhöhung der Rente führen.

Bitte beachten Sie hierbei:

Der Versorgungsausgleich kann frühestens sechs Monate vor dem Rentenbezug eines der geschiedenen Ehegatten abgeändert werden. Die Abänderung muss bei Gericht beantragt werden. Eine Anpassung des Versorgungsausgleiches erfolgt nicht automatisch und auch nicht rückwirkend, sondern erst ab dem Folgemonat der Antragstellung bei Gericht. Es besteht also Handlungsbedarf !

Da im Rahmen eines solchen Abänderungsverfahrens eine Totalrevision des Versorgungsausgleiches erfolgt, muss nicht nur überprüft werden, ob die Voraussetzung für eine Abänderung erfüllt sind, sondern auch, ob sich eine Abänderung nicht wegen eines anderen Anrechtes nachteilig auswirkt. Dies gehört zu meinem Spezialgebiet. Ich berate Sie gern.   

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